Draußen scheint die Sonne, die ersten Blumen recken ihre Köpfe und die Vögel zwitschern. Dieses idyllische Bild wurde mir im letzten Jahr genommen und jetzt reiße ich euch mit mir in den Abgrund (hier diabolisches Lachen denken). Denn das Vogelzwitschern ist ja nichts anderes als Balzrufe, also die Aufforderung, gemeinsam ein Nest zu bauen und dann zu (haha, schlechter Wortwitz) vögeln. Jetzt höre ich also bei jedem Lockruf einer Meise oder dem Gesang einer Amsel nur: »Bumseeeeeeen!«
Viel Spaß beim nächsten Spaziergang also, ihr werdet den Gedanken wohl ähnlich schwer los wie ich.
Das teile ich aber nicht mit euch, um euren Blick auf die Natur vollkommen zu verderben, sondern um deutlich zu machen, wie schnell ein kleiner Wechsel der eigenen Sichtweise das ganze Bild verändern kann. Und das ist in vielerlei Hinsicht möglich. Nutzt doch den März mal, eingefahrene Strukturen zu hinterfragen und Muster bewusst zu brechen. Schreibt an einem anderen Platz in der Wohnung, nehmt euch ein Notizbuch mit und schreibt auf einer Bank im Park.
Schreibt etwas anderes als das, was ihr sonst schreibt. Überlegt euch: Wenn mein Thriller jetzt stattdessen phantastische Elemente bekommen könnte, was würde am ehesten passieren? Wenn mein Liebesroman nicht jetzt spielen würde, sondern vor fünfhundert Jahren, würden sich meine Charaktere anders verhalten? All diese Was-wäre-wenn-Übungen sind Einladungen an euer Gehirn, sich neue Wege zu bahnen und mal nicht nur geradeaus zu denken. Auch wenn ihr es dann nicht unmittelbar in eure Geschichte einbauen könnt – solche Kniffe können helfen, Blockaden zu lösen und die eigene Kreativität zu befeuern.
Vielleicht probiert ihr auch ein Hobby eurer Charaktere mal intensiver aus (falls die nicht gerade begeisterte Apnoe-Taucher oder sowas sind)? Zu der Ideen-Inkubator-Frage »Was wäre wenn …?« gesellt sich dann nämlich auch die Überlegung »Könnte es nicht auch sein, dass …?« und eröffnet nochmal ganz andere Perspektiven, weil sie euch verleitet, über bisher Bekanntes und Festgelegtes hinauszudenken.
Und vielleicht ergeben sich daraus dann auch ungeahnte Möglichkeiten für eure Geschichte?
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