Lange bevor ich mich als Lektorin selbstständig gemacht habe, war ich selbst Autorin – und bin es noch immer. Daher weiß ich nur zu gut, wie schwer es sein kann, auch nur ein paar Minuten am Tag für das eigene Schreiben zu finden und wie viel schwerer es ist, dann noch ausreichend Motivation zusammenzukratzen.
Vor allem die Unterscheidung, ob es der innere Schweinehund ist, der einen davon abhält, oder ob man tatsächlich eine Pause braucht, ist alles andere als leicht zu treffen. Wenn dann auch noch Decision Fatigue (so viele Entscheidungen getroffen zu haben, dass man irgendwann richtig erschöpft davon ist) dazukommt, bleibt der Wordcount schnell mal bei 0 stehen.
Denn auch beim Schreiben selbst gibt es so viele Mikro-Entscheidungen – nicht unmittelbar für uns als Schreibende, sondern für die Charaktere, für das Setting, für den Weltenbau, für innere Dynamiken … die Möglichkeiten sind schier unendlich.
Es gibt Tage, an denen läuft es einfach nicht.
Und das kommt vor – häufiger, als man denkt. Bei so vielen anderen Schreibenden, als man zunächst annimmt. Und genau deshalb ist Austausch so wichtig. Schreiben kann eine einsame Tätigkeit sein (also abgesehen von den Charakteren, die einem immer wieder im Kopf herumpurzeln). Stundenlang sitzt man allein vor dem Bildschirm und starrt einen blinkenden Cursor an, bis man irgendwann wieder aus der Schreibhö(h/l)le kriecht und trotzdem nicht richtig zufrieden ist. Dabei soll schreiben doch vor allem Spaß machen, oder nicht?
Deshalb kommt von mir heute kein virtueller Tritt in den Hintern, um endlich am eigenen Projekt weiterzuschreiben, sondern dazu, sich Gleichgesinnte zu suchen. Dank Social Media ist das leichter denn je. Schreibforen (z. B. auf Discord), Coworkings von Autor:innen auf Twitch, Instagram … Es kann eine Weile dauern, bis man die Weirdos (und das meine ich im allerbesten Sinne) gefunden hat, die zu einem passen. Aber die Suche lohnt sich, versprochen!
Im ersten Moment mag es Überwindung kosten, Leute anzuschreiben oder selbst einen Aufruf auf Threads oder Instagram zu starten. Aber der Austausch über Schreibprojekte, das gemeinsame Anfeuern und auch der Trost bei Misserfolgen sind es in jedem Fall wert.
Und wenn ihr eure Schreibgruppe bereits gefunden habt, dann ist das hier euer Zeichen, den ganzen Nasen mal Danke zu sagen 😊

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